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Regeln

Von Anfang an war klar, dass der Roman viele Traumszenen enthalten musste. Dazu war es nötig, eine einheitliche Ausdrucksform für sie zu entwickeln, also Regeln wie folgende:

In Traumszenen herrscht Zeitlosigkeit, ausgedrückt durch den Präsens. Plötzliche Sprünge ersetzen stetige Weiterentwicklung der Handlung. Die richtige Abfolge von Ursache und Wirkung darf und soll mitunter vertauscht werden. Träumenden steht grundsätzlich nur ein Teil ihrer Sinne zur Verfügung. Diffuse Merkwürdigkeiten und sparsame Zitate aus Versatzstücken von Bildern ehemaliger surrealistischer Lieblingsmaler sind erlaubt!

Damit stand nun nichts mehr entgegen, Erinnerungen, gegenwärtigen Seelenzuständen und heimlichen Wünschen und Ängsten Form und Farbe zu verleihen. Gut, eines fehlte noch. Langfristig sollte die Geschichte etwas Alptraumhaftes bekommen. Was gilt als schlimmster Alptraum? Einfach: Derjenige, der sich ständig wiederholt. Allerdings ist ein Buch kein Film. Man kann nicht mehrfach dieselbe Szene zeigen bzw. lesen lassen. Man muss zu anderen Mittel greifen.

Konstruktionsregeln spielen noch an anderen Stellen des Traumbebens eine Rolle. Die Notwendigkeit dafür ist leicht einsichtig, wenn man bedenkt, dass in einem fiktiven Land mit einer fiktiven Kultur erst einmal alles möglich ist, insbesondere völlige Beliebigkeit. Regeln dämmen die Beliebigkeit ein. Sie geben dem Leser das Gefühl, dass etwas Typisch ist für Land und Leute. Wichtig ist hier eine gewisse Variabilität, damit etwas authentisch wirkt, denn Menschen verabscheuen Eintönigkeit. Solche Regeln betreffen alle Bereiche des Lebens

- Kleidung (Gemeines Volk Röcke, Adlige Hosen)

- Schmuck, Assesoires (Blüten)

- Speisen (allgegenwärtige Verwendung von Kokosprodukten)

- Architektur, Liedgut, Kunst, Trauerriten, Namen von Schenken und anderen Örtlichkeiten etc.
 

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