Zwölf Tage später kann der Komet bei klarem Himmel des Nachts bereits mit bloßem Auge wahrgenommen werden. In Cornia nennt man ihn »Eisauge« oder auch »Der weiße Wanderer«, in anderen Provinzen und Reichen Ajunas heißt er »Die bleiche Fackel«. Bei den Windwanderern in Esanuk wird er später als »Himmelsfaust« bekannt sein, wohingegen die katauekischen Sterndeuter ihn zunächst als »Schweifenden Stern« einordnen.
Auf seiner mehr als 1000 Jahre andauernden Reise hat der Komet einiges an Masse gesammelt und kleinere Himmelskörper in sein Schwerefeld gezogen. So folgen ihm etliche große Splitterstücke in seinem Schweif. Da der Komet der Sonne im Sonnensystem der Gezeitenwelt entgegen fliegt, erhitzt er sich. Strahlungsdruck und Sonnenwind führen zum Abschmelzen des Eises an der Oberfläche des Kometen und lassen sein Volumen schrumpfen. Doch noch immer hat der Himmelswanderer einen Durchmesser von etwa 500 Kilometern.
Einige Tage bevor der Komet die Gezeitenwelt erreicht, kann man ihn auf der nördlichen Hemisphäre beobachten. Man muß ein erfahrener Astronom sein, um die Annäherung des neuen Himmelskörpers feststellen zu können. Deshalb halten die meisten Beobachter ihn zunächst fälschlich für einen neuen Stern am Firmament. Betrachter auf Höhe des Unvollendeten Palastes sehen die Himmelserscheinung Nacht für Nacht in einem Bogen über den Horizont ziehen, bis der Komet im Morgengrauen verblaßt. Ein Beobachter am Äquator hingegen, sieht den Kometen dicht über dem nördlichen Horizont.
Drei Tage vor dem erreichen der Planetenbahn ist der Himmelskörper unübersehbar größer geworden und kann mitunter auch schon bei Tage beobachtet werden. Weltweit wird der Komet als ein Omen gedeutet, doch die Meinungen, was es verheißen mag, gehen weit auseinander.
Am 16. Tag des Hitzemondes wird bei einer Gaseruption auf dem Kometen ein 5 Kilometer durchmessender Trabant aus Fels, Erzen und Eis aus dem Körper des Kometen herausgerissen. Beeinflußt durch das Schwerefeld der Gezeitenwelt gerät der riesige Splitter auf eine Flugbahn, die zur Kollision mit dem Planeten führen wird.
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